Aktuell  Stammtisch-KalenderFördervereinServiceDas MuseumLinks

zur Startseite

 

ab 8. März 2021 - 08. Januar 2023

 

"Frau Musica" - mechanische Musik und das Bild der Frau

 

Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin hatte 1910 auf der „II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz“ in Kopenhagen einen Gedenktag zur Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen gefordert. Er fand erstmals 1911 statt. Auf der „II. Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921“ in Moskau soll der Gedenktag schließlich auf den 8. März gelegt worden sein. Das 100- bzw. 110- jährige Jubiläum nimmt das Deutsche Musikautomaten-Museum zum Anlass sich mit den wechselnden Frauenbildern zu befassen, die durch die mechanische Musik überliefert wurden. An Einzelobjekten der Dauerausstellung soll der gesellschaftliche Wandel von Frauenbilder vermittelt werden. Vereinzelt am Beispiel von Biografien, zumeist aber thematisch. Die Reihung der Themen erfolgt nicht chronologisch, sondern richtet sich nach der Abfolge der ausgewählten Objekte in der Dauerausstellung. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wird ein Mosaik geboten, das die Geschichte weiblicher Emanzipation skizziert.

 

Zur Präsentation ist auch eine kleine Begleitbroschüre erschienen, die die Besucher*innen durch die Ausstellung führt.

 

Ein Video zur Musikdose "Alexandra", Schweiz, um 1895 finden Sie unter:

www.landesmuseum.de

 

 

weitere Informationen unter:

 

Badisches Landesmuseum Karlsruhe:

www.landesmuseum.de

 

"Grüsse von Schloss Bruchsal"

www.bruchsal.de

 

 

 

 

09. Januar 2022, 14 Uhr

 

Themenführung:

Bis in die 90er ein Hit: Fräulein Jesters Wirtschaft in Speyer

 

Sie gilt bis heute als ein „Original“ der Stadt Speyer: „Fräulein Liesel Jester“ (1926-2018). Ab 1951 führte Elisabeth Jester, gemeinsam mit ihrer Mutter, den von ihren Großeltern um 1900 begründeten Gasthof „Zum Weidenberg“ in Speyer. Mit Teilen des alten Wirtshausmobiliars und vielen selbstgestalteten Wandbildern richtete sie 1971 ein neues Lokal unter gleichem Namen ein. Dies frequentierten besonders Generationen von Schülern und Oberschülern. Im Mittelpunkt des „Szenenlokals“ stand der Musikautomat „Aurora“ der Leipziger Firma Popper von 1902. Als die rege Wirtin 1995 in Pension ging, wurde die Gaststätte, den alten Gegebenheiten nachempfunden, in Teilen im Deutschen Musikautomaten-Museum wiederaufgebaut. Ausgehend von Liesel Jesters Geschichte und ihrem Walzenorchestrion wird Kira Kokoska M.A. die Besucher und Besucherinnen mitnehmen in die Welt von Gaststätten, Kneipen und Musikautomaten.

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, zuzüglich Führungsgebühr 2 Euro

 

 

 

16. Januar 2022, 14 Uhr

 

Familienführung:

Hast Du Töne? –

Wie kommt der Kuckuck in die Uhr und die Musik aus der Dose?

 

Eine Entdeckungsreise im Deutschen Musikautomaten Museum für kleine Gäste (im Grundschulalter) und deren Familien. Viele wissen, wie mühsam es sein kann, ein Instrument zu erlernen: Es erfordert enormen Fleiß beim Üben und Geduld und trotzdem klingt das Ergebnis bei jeder Aufführung ein wenig anders, keineswegs immer perfekt. Instrumente können aber auch – im wahrsten Sinne des Wortes - „automatisch“ -zum Klingen gebracht werden. Klangvolle Apparaturen verbergen sich in riesigen Schränken oder kleinen Kästchen und um diese zu spielen, muss man keine Noten können. Klaviere, Orgeln, kleine Orchester und auch eine selbstspielende Geige sind im Museum nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.

Mit Kristin Gaßner können die kleinen Gäste hinter die Fassaden der Automaten sehen, hören, wie die Klänge erzeugt werden und verstehen, wie ein Automat funktioniert. Löcher und kleine Nägelchen sind hierbei sehr wichtig – und wer sich nun fragt, wie das funktioniert, ist herzlich zu einem Besuch in das Museum eingeladen

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, Führung kostenfrei

 

 

 

23. Januar 2022, 14 Uhr

 

Themenführung:

Musikautomaten im Wandel der Zeit

 

Im 18. Jahrhundert erklang künstlich erzeugte Musik z.B. von Flötenuhren etwa im höfischen Ambiente. Im 19. Jahrhundert eroberten mechanische Musikautomaten großbürgerliche Salons, Kneipen, Jahrmärkte, die Straße und Hinterhöfe. Musik aller Genres wurde breiten Gesellschaftsschichten zugänglich.

Claudia Kuck nimmt die Besucher/-innen mit auf eine historische Klangreise. Sie erfahren von den technischen Möglichkeiten, nicht nur Pfeifen und Glocken, sondern auch Tasten-, Blas-,Schlag- und Saiteninstrumente zum Klingen zu bringen. Flötenuhren, Orchestrien, Karussell und Drehorgeln oder menschenähnliche Figurenautomaten mit ihrer komplexen Musiktechnik, lassen die Besucher staunen.

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, zuzüglich Führungsgebühr 2 Euro

 

 

 

20. Februar 2022, 14 Uhr

 

Themenführung:

Die heile Welt der Musikautomaten? Kinder- und Frauenarbeit im Heimgewerbe

 

Die Flötenuhren, Drehorgeln und Orchestrien im Deutschen Musikautomaten Museum sind schön anzusehen und ihr Klangreichtum fasziniert. Viele zum Teil berühmte Firmen des Schwarzwalds produzierten diese faszinierenden selbst spielenden Musikwerke. Vor ihrer industriellen Fertigung wurden sie zum großen Teil in Heimarbeit hergestellt. Ganze Familien versuchten ihren kläglichen Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft mit dieser Arbeit etwas aufzubessern. Der Mann fertigte die Uhr und das Musikwerk oder schnitzte die Figuren, Frau und Kinder malten oft die Schilder der Uhren und steckten die Walzen für die Musikwerkmacher. Mit Beginn der Industrialisierung wurden die Automaten schließlich in Lohnarbeit hergestellt. Frau Kira Kokoska M.A. rückt mit dieser Sonderführung, u. a. am Beispiel der Schwarzwälder Musikautomaten, die frühen Arbeits und Produktionsbedingungen in der Musikautomatenherstellung stärker ins Bewusstsein.

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, zuzüglich Führungsgebühr 2 Euro

 

 

 

 

06. März 2022, 14 Uhr

 

Themenführung:

Made in the Länd: Von der Kuckucksuhr zur Philharmonie-Orgel. Musik aus Baden-Württemberg

 

Der Schwarzwald war einer der Zentren des Musikautomatenbaus im 19. Jahrhundert. Die badische Obrigkeit war stolz auf diesen entstehenden und wachsenden „Industriezweig“, der zur Entwicklung der im frühen 19. Jahrhundert noch weitgehend agrarisch strukturierten Landesökonomie und zum regionalen und schließlich internationalen Ansehen beitrug. Kristin Gassner wird mit den interessierten Besucher*innen einige der Hersteller und deren Entwicklung genauer betrachten. Hierzu gehören unter anderem die Waldkircher Drehorgel- und Jahrmarktsorgelbauerdynastie Bruder, ebenso wie die Waldkircher Firma Weber, die Freiburger Firma Welte und die Firma Blessing aus Unterkirnach, deren Musikwerke (Orchestrions, selbstspielende Orgeln und Klaviere) internationale Bekanntheit erlangten.

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, zuzüglich Führungsgebühr 2 Euro

 

 

13. März 2022, 14 Uhr

 

Familienführung (ab 6 Jahre):

Die Königin auf der Straße und im Salon – eine kleine Geschichte der (Dreh-)Orgel

 

Heute verbinden wir die Orgel und ihre Klänge vor allem mit der Kirche, wo sie den Gottesdienst musikalisch umrahmt. Früher aber unterhielt sie auch Gäste in noblen Salons, in Hotels oder edlen Cafés, und sogar im Kaufhaus. Jahrmarktsorgeln und Drehorgeln spielten auf der Straße, im Hinterhof und auf Jahrmärkten. Kirstin Gassner führt die kleinen Gäste und ihre Familien in die soziale und musikalische Welt dieser verschiedenen Orgeltypen, sie erklärt dabei auch deren technische Ausstattung und Funktionsweise.

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, Führung kostenfrei

 

 

 

20. März 2022, 14 Uhr

 

Themenführung:

Freizeitvergnügen: Musikautomaten auf dem Jahrmarkt, in Gaststätten und Tanzsälen

 

Ende des 19. Jahrhunderts nahm das kommerzielle Freizeitangebot in den Industriestädten spürbar zu. Tanzlokale schossen wie die Pilze aus dem Boden. Varieté, Music-Hall, Singspielhalle, Rummelplätze oder Vergnügungsparks wurden Anlaufstelle für das kleinbürgerliche und aus dem Arbeitermilieu stammende Volk. Das sich verändernde Freizeitverhalten wurde nach dem Ersten Weltkrieg gefördert durch die Einführung des 8 Stundentages in fast allen europäischen Ländern. In diese Zeit fiel auch das „Goldene Zeitalter“ der Musikautomaten. Ihre Musik war allgegenwärtig und in den Gaststätten und Kaffeehäusern, in Kellern und auf den Straßen zu hören. Die Jahrmarktsorgeln trugen schon durch ihre häufig aufwendige Gestaltung und ihre Lautstärke zur Unterhaltung bei. Moderne Musik und Tanzmusik wie Jazz und Charleston sowie populäre Schlager waren bei den Besuchern von Gaststätten und Tanzsälen gefragt - ein wahrer Tanzboom entstand. Auf solche Entwicklungen reagierte die Musikautomaten-Industrie und produzierte Orchestrien, die die typische Instrumentierung Klavier, Geige, Schlagzeug und Saxophon aufwiesen. Mit Kira Kokoska begeben sich die Besucher*innen in eine Welt des Freizeitvergnügens, die von der mechanischen Musik geprägt war.

 

Kosten: Eintritt (inkl. Schloss Bruchsal) 8 Euro, ermässigt 4 Euro, zuzüglich Führungsgebühr 2 Euro

 

 

 

Titelbild Broschüre

Detail Concert- & Tanzautomat, Symphonionfabrik AG, Leipzig, um 1910. Standautomat, mit Lochplatte, Doppelstahlkamm, Münzeinwurf, Inv. Nr. 87/137

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liesle Jester in Ihrem Gastraum vor dem Walzenorchestrion der Firma Popper & Co., Leipzig 1902. Foto: Archiv Deutsches Musikautomaten-Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder an der Klangwand, Foto: Deutsches Musikautomaten-Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jahrmarktsorgel "Selection", Waldkirch 1912 (Hintergrund) und Drehorgel Waldkirch 2009

Foto: Klaus Biber, Deutsches Musikautomaten-Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einblick in die Arbeitssituation der Flötenuhrenbauer. Wandgestaltung nach „Uhrenmachen in d. Neustadt“von Christian Meichelt um 1823. Foto: Klaus Biber, Deutsches Musikautomaten-Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick in das Spielwerk des Orchestrions der Firma Inhof & Mukle, Vöhrenbach 1895. Foto: Deutsches Musikautomaten-Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor der Verbreitung des Radios sorgte der Drehorgelspieler für Unterhaltung auch beim Schlittschuhlaufen, 1912. Foto: Photothek Willy Römer, Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

 

 

 

 

 

 

 

Orchestrion Helios in einem Tanzsaal in Leipzig um 1900, Archiv Deutsches Musikautomaten-Museum


Impressum | © Förderverein DMM 2005